Nettolohnrechner

Was bleibt in der Lohntüte vom Bruttolohn, nachdem sich der Fiskus und die Sozialversicherungen beim Arbeitnehmer bedient haben?

Wie hoch sind die Sozialabgaben auf den Bruttolohn und wie hoch die Steuerlast. Diese Fragen beantwortet Ihnen der Nettolohnrechner. Sie können hier auch mit den Parametern experimentieren und herausfinden, wie Ihre finanzielle Situation nach einem Wechsel der Lohnsteuerklasse aussähe, was Sie an Kirchensteuer bei einem Kirchenaustritt einsparen könnten, oder wieviel noch übrig bleibt, wenn sich das Bruttogehalt z. B. Durch Teilzeitarbeit halbiert.

Die erste Lohnabrechnung beim neuen Arbeitgeber enthält immer eine Überraschung. Fast jeder ist erstaunt wie gering der Nettolohn nach den Abzügen vom vereinbarten Bruttogehalt ist. Um solche Überraschung zu vermeiden kann man schon im Vorfeld mit einem Nettolohnrechner simulieren was denn die Lohntüte am Ende beinhalten wird. Der Nettolohnrechner, den wir Ihnen auf dieser Internetseite anbieten errechnet die zu erwartenden Abzüge für Rentenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung und Steuern auf den Bruttolohn.

Nettolohnrechner

Ihr monatliches Bruttogehalt in Euro.
Wählen Sie Ihre Steuerklasse aus.
Geben Sie den Faktor (<1) an, wenn Sie Steuerklasse IV mit Faktorverfahren haben.
Geben Sie die Höhe der geldwerten Vorteile in Euro an, falls Ihnen ihr Arbeitgeber solche gewährt.
Geben Sie die Höhe von Leistungen für betriebliche Altersvorsorge an, die Ihnen Ihr Arbeitgeber gewährt.
Geben Sie die Höhe des Jahresfreibetrags, den Sie beim Finanzamt haben eintragen lassen, an.
Ankreuzen, wenn Sie Kinder haben.
Geben Sie die Anzahl Ihrer Kinderfreibeträge (Lohnsteuermerkmal Kinderfreibeträge) an.
Wählen Sie die Höhe der Kirchensteuer aus.
Wählen Sie Ihr Bundesland aus.
Geben Sie Ihr Geburtsjahr (vierstellig) an.
Wählen Sie das Feld ab, wenn Sie keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung abführen müssen.
Wählen Sie das Feld ab, wenn Sie keine Beiträge zur Rentenversicherung abführen müssen.
Wählen Sie das Feld ab, wenn Sie keine Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung abführen müssen.
Ankreuzen, wenn Sie in Bremen oder im Saarland zu Beiträgen zur Arbeitskammer verpflichtet sind.
Geben Sie ggf. die Höhe Ihres Beitrags zur privaten Krankenversicherung an.
Ankreuzen, wenn Sie einen Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung erhalten.

Kurzanleitung für den Nettolohnrechner

Der Nettolohnrechner erwartet zunächst die Höhe Ihres Bruttolohns als Eingabe. Wichtig ist auch die Angabe der Lohnsteuerklasse. Wenn Sie nicht gesetzlich krankenversichert sind entfernen Sie das Häkchen im Kästchen gesetzliche Krankenversicherung. Sie können ggf. die Beiträge für eine private Krankenversicherung eingeben. Auch Beiträge für Renten- und Arbeitslosenversicherung können sie durch Entfernen des Häkchens im jeweiligen Kästchen abwählen. Außerdem relevant sind Freibeträge, die auf der Lohnsteuerkarte eingetragen, geldwerte Vorteile, die der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer gewährt und Leistungen für betriebliche Altersvorsorge. Geben Sie zusätzlich Ihr Geburtsjahr an und ob Sie Kinder haben. Die Anzahl der Kinderfreibeträge (normalerweise ein halber Kinderfreibetrag pro Kind) die Ihnen zuerkannt werden können Sie aus einer Auswahlliste auswählen. Sind Sie einer Religion zugehörig, dann sollten sie abschließend noch die Höhe der Kirchensteuer auswählen, bevor Sie auf Schaltfläche „Nettolohnberechnung starten“ klicken.

Grundlagen der Berechnung des Nettolohns aus dem Bruttolohn

Wie arbeitet der Nettolohnrechner bei der Nettolohnberechnung? Erster Einflussfaktor auf den Nettolohn ist natürlich die Höhe des Bruttolohns. An ihm bemessen sich die Sozialversicherungsbeiträge und Steuern, die vom Arbeitgeber einzubehalten und an die Sozialversicherungsträger und das Finanzamt abzuführen sind. In den Sozialversicherungen gelten sogenannte Beitragsbemessungsgrenzen. Teile des Einkommens, die über der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze für die jeweilige Sozialversicherung (z. B. Arbeitslosenversicherung) liegen, werden bei der Berechnung des Sozialversicherungsbeitrags nicht berücksichtigt. Die Beitragsbemessungsgrenzen unterscheiden sich nach alten und neuen Bundesländern. So liegt Beispielsweise die Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung im Jahr 2013 in den alten Bundesländern bei 69.600 € pro Jahr und in den neuen Bundesländern bei 58.800 € pro Jahr. Die auf das Bruttoeinkommen zu zahlenden Beitragssätze für die Sozialversicherungszweige belaufen sich für das Jahr 2012 auf 8,2 % für die Krankenversicherung, 0,975 Prozent für die Pflegeversicherung für Eltern bzw. 1,225 Prozent für Kinderlose, 9,8 Prozent für die Rentenversicherung und 1,5 Prozent für die Arbeitslosenversicherung und . Zusätzlich zu diesem so genannten Arbeitnehmeranteil muss der Arbeitgeber den so genannten Arbeitgeberanteil erbringen. Dieser ist noch einmal genau so hoch wie der Arbeitnehmeranteil, mit Ausnahme in der Krankenversicherung, wo der Arbeitgeberanteil derzeit auf 7,3 Prozent fixiert ist. Daneben muss der Arbeitgeber noch weitere Beiträge alleine zahlen. Dazu gehören z. B. Beiträge für gesetzliche Unfallversicherung und diverse Umlagen.

Nicht nur Sozialversicherungsbeiträge nagen am Nettolohn. Einen großen Teil der Abzüge vom Bruttolohn machen auch die Steuern aus. Hier kommt die Progression zum tragen. Das heißt je höher der Bruttolohn desto höher der Steuersatz. Jede zusätzliche Einheit Lohn wird mit einem höheren Satz besteuert als die vorhergehende. Bevor es zum Steuerabzug kommt werden vom Bruttolohn noch Freibeträge abgezogen. Das können sowohl Freibeträge sein, die auf der Lohnsteuerkarte eingetragen sind, als auch Freibeträge für Kinder. Geldwerte Vorteile oder andere Leistung wie betriebliche Altersvorsorge sind hingegen hinzuzurechnen.

Entscheidend für den Steuerabzug vom Lohn ist auch die Lohnsteuerklasse in die der Arbeitnehmer eingruppiert ist. Es gibt sechs verschiedene Lohnsteuerklassen, die alle einen unterschiedlichen Steuerabzug zur Folge haben. Der Steuerabzug für die verschiedenen Steuerklassen und Lohnstufe ergibt sich aus der jährlichen publizierten Lohnsteuertabelle. Per Computer kann man wie im Lohnsteuerrechner die Lohnsteuertabelle nach einem Programmablaufplan des BMF auch selbst berechnen. In der Steuertabelle ist für die Lohnsteuerklasse und Lohnhöhen die jeweilige Steuer enthalten die vom Bruttoeinkommen abzuziehen ist. Die Lohnsteuerklassen tragen unterschiedlichen Lebensentwürfen (z. B. Alleinstehend, Alleinerziehend, Verheiratet, …) Rechnung und differenzieren die Besteuerung in diesen Lebensmodellen z. B. Durch verschiedene Entlastungsbeträge. Die Lohnsteuerklasse I gilt für Alleinstehende und die Lohnsteuerklasse II für Alleinerziehende. Die Lohnsteuerklassen III, IV und V sind für Verheiratete geeignet. Die Steuerklasse VI muss dann gewählt werden, wenn man mehrere Arbeitsverhältnisse hat. Dann wird diese auf der zweiten Lohnsteuerkarte eingetragen.

Zusätzlich zur Lohnsteuer muss außerdem der Soli (Solidaritätszuschlag) gezahlt werden. Diese Ausgleichszahlung für die neuen Bundesländer wird seit der Wiedervereinigung erhoben. Derzeit ist im Gespräch den Soli weiterzuführen, aber die Einnahmen aus dem Soli auch strukturschwachen alten Bundesländern zukommen zu lassen. Der Solidaritätszuschlag wird mit 5,5 % auf die Lohnsteuer zugeschlagen. Mitglieder einer Kirche müssen zusätzlich Kirchensteuer von Ihrem Bruttolohn zahlen. Die Kirchensteuer kann 8% oder 9% der Lohnsteuer betragen. Dies ist je nach Bundesland unterschiedlich. In Spezialfällen wie z. B. in Bremen müssen ggf. Arbeitskammerbeiträge gezahlt werden.

Mindestlohn

Die Zeiten in denen Arbeitgeber den Arbeitnehmern jeden noch so geringen Lohn anbieten konnten sind nun seit einiger Zeit vorbei. Mit der Einführung des Mindestlohns hat das extreme Lohndumping ein Ende.

Auch vor Einführung des flächendeckenden bundesweiten Mindestlohns gab es schon durch Tarifverträge Mindestlöhne, die für einzelne Branchen galten. Jedoch gehörten viele Arbeitgeber keinem Tarifverbund an und waren damit nicht an die Zahlung von Tariflöhnen gebunden. Rechtlich war es für diese Arbeitgeber daher möglich Löhne von 4 - 6 Euro pro Stunde zu zahlen. Z. B. im Friseurbereich. Die Lohnuntergrenze wurde nur durch die Sittenwidrigkeit bestimmt. Nach damaliger Rechtsprechung waren Löhne unter 3 Euro pro Stunde im Allgemeinen als sittenwidrig anerkannt. Viele nicht tarifgebundene Arbeitgeber nutzten die Zeit ohne Mindestlohn aus, um Arbeitnehmern deutlich weniger als die jetzt angesetzten 8,50 € als Untergrenze zu zahlen. Arbeitnehmer, die an solche Arbeitgeber gerieten, waren gezwungen auch bei Vollzeitarbeit zusätzlich zum Lohn Sozialleistungen wie Wohngeld oder aufstockendes Hartz IV (Arbeitslosengeld II) zu beziehen. Altersarmut war vorprogrammiert, da aufgrund des geringen Lohns nicht ausreichend Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt wurden und das Geld der Arbeitnehmer auch nicht reichte um private Altersvorsorge zu betreiben. In der Konsequenz führte die Politik den flächendeckenden Mindestlohn ein, der sich heutzutage etabliert hat. Der Mindestlohn soll eine angemessene Bezahlung sicherstellen, so dass kein zusätzlicher Bezug von Sozialleistungen notwendig ist. Gerade bei Familien mit Kindern klappt dies jedoch meist nicht, da die 8,50 Euro die für den Mindestlohn angesetzt wurden sehr knapp bemessen sind, auch wenn in diesem Lohnbereich kaum Abzüge für Steuern anfallen. Die Schwierigkeit bei der Einführung des Mindestlohns bestand von Anfang an darin die "richtige" Höhe zu finden. EIn zu geringer Mindestlohn würde die Probleme der Arbeitnehmer nicht lösen. Doch auch ein zu hoher Mindestlohn würde zu Problemen führen, da Arbeitgeber weniger Arbeitsplätze aufrechterhalten würden und es zu höherer Arbeitslosigkeit gekommen wäre. So hätten zwar die Arbeitnehmer profitiert, die ihren Job behalten haben, jedoch hätten die Arbeitslosen verloren. Die Politik hat sich dafür entschieden mit einem Mindestlohn von 8,50 Euro anzufangen und diesen nach und nach zu erhöhen, um die Reaktion auf dem Arbeitsmarkt zu beobachten. So steht demnächst eine Erhöhung des Mindestlohns auf 8,87 € an.

Ist der Mindestlohn für Arbeitgeber immer bindend? Jein. Grundsätzlich ja, es gibt jedoch Ausnahmen. So gab es vor Einführung des Mindestlohns tatsächlich Tarifverträge (vor allem im Bereich der Zeitarbeit) in denen ein niedrigerer Tariflohn als der Mindestlohn festgesetzt war. Die Tarifverträge werden immer mit einer bestimmten Laufzeit ausgehandelt. Durch die Einführung des Mindestlohns wurden sie nicht automatisch ungültig. So kann es sein, dass Arbeitnehmer im Bereich der Zeitarbeit (vor allem in niedrigeren Qualifikationsgruppen) noch Löhne angeboten bekommen, die unterhalb des Mindestlohns, teilweise sogar noch unterhalb von 8 Euro liegen. Dies ist rechtmäßig solange der jeweilige Tarifvertrag noch gültig ist. Jedoch laufen diese alten Tarifverträge nach und nach aus, so dass dieses Phänomen in naher Zukunft verschwinden dürfte. Es gibt noch eine weitere Ausnahme, die der Gesetzgeber beim Mindestlohn geschaffen hat. Die Ausnahme betrifft Arbeitnehmer, die länger arbeitslos waren. Genauer gesagt langzeitarbeitslos. Solche Langzeitarbeitslosen sind Arbeitslose mit einer Dauer der Arbeitslosigkeit von mehr als einem Jahr. Diese Arbeitnehmer können von Arbeitgebern mit einer Ausnahmegenehmigung von der Agentur für Arbeit für 8 Euro statt 8,50 Euro eingestellt werden. Allerdings nur für eine Dauer von 6 Monaten.

Ingesamt ist mittlerweile zu konstatieren, das der Mindestlohn dem Arbeitsmarkt nicht geschadet hat. Allein der Anteil der Minijobs ist zurückgegangen. Dagegen ist der Anteil regulärer Beschäftigung gestiegen. Ob 8,50 Euro ausreichend sind, darüber lässt sich streiten. Wo nun die erste Erhöhung des Mindestlohns ansteht bleibt die weitere Entwicklung zu beobachten.

Tarifverträge

Nicht immer hängt das Gehalt, das man erzielen kann, vom eigenen Verhandlungeschick ab. In vielen Bereichen, Unternehmen und Branchen in Deutschland gelten Tarifverträge. In Tarifverträgen ist nicht nur das Gehalt, sondern auch andere Rahmenbedingungen, wie Urlaub, Krankheit, Sonderzahlungen, ... geregelt.

Arbeitnehmer mit denen kein außertarifliches Arbeitsverhältnis geschlossen wird unterliegen den Regelungen im Tarifvertrag. Außertarifliche Arbeitsverhältnisse sind nur bei Führungskräften üblich. Tarifverträge werden zwischen den Tarifvertragsparteien ausgehandelt. Die eine Partei kann dabei ein Arbeitgeber oder ein Arbeitgeberverband sein. Die arbeitnehmerseitige Partei ist eine Gewerkschaft oder auch ein anderer Zusammenschluss von Arbeitnehmern, der den Arbeitgeber dazu bringen kann mit ihm Tarifverhandlungen aufzunehmen. Arbeitnehmer sind per Gesetz berechtigt sich zusammenzuschließen. Der Sinn des Ganzen ist, dass unabhängig von gesetzlichen/staatlichen Vorgaben zwischen den Tarifparteien Löhne ausgehandelt werden können. Dies ist das Prinzip der Tarifautonomie. Diese Tarifautonomie wurde nun durch den flächendeckenden Mindestlohn ein Stück weit ausgehebelt. Jedoch betrifft dies nur einen kleinen Anteil der Arbeitsplätze, da die meisten Tarifabschlüsse schon lange deutlich über der Mindestlohngrenze lagen.

Ein ausgehandelter Tarif kommt zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer immer dann zum Tragen, wenn beide Parteien auch Tarifgebunden sind (Tarifbindung). Der Arbeitgeber ist in der Regel dann an den Tarif gebunden, wenn er Mitglied im Arbeitgeberverband ist, der den Tarifvertrag ausgehandelt hat. Ausnahmsweise sind auch Mitgliedschaften in Arbeitgeberverbänden möglich, die nicht zur Tarifbindung führen. Arbeitnehmer, die Mitglied der tarifschließenden Gewerkschaft sind, sind automatisch tarifgebunden. Oft gilt jedoch eine so genannte Allgemeinverbindlichkeitserklärung, so dass alle Arbeitsverhältnisse, die fachlich und örtlich in den Geltungsbereich des Tarifvertrags einzuordnen sind, dem Tarifvertrag unterliegen.

Tarifverträge haben für die Arbeitnehmer entscheidende Vorteile. In der Regel ist es so, dass der Arbeitgeber bei Verhandlungen mit einem individuellen Arbeitnehmer meist in einer deutlich stärkeren Position ist. Dieser Nachteil der Asymmetrie bei der Aushandlung der Vertragsbedingungen wird durch die Gewerkschaften begegnet, die als Kollektiv dem Arbeitgeber als nahezu gleichwertiger Verhandlungspartner gegenüberstehen und den entsprechenden Druck ausüben können, um "fairere" Verträge auszuhandeln.

Tarifverträge und deren Abschlüsse sind nicht geheim, sondern für die Öffentlichkeit einsehbar. Man findet Sie in den so genannten Tarifregistern der Länder. Geführt werden die Tarifregister von den Ministerien für Arbeit und Soziales. Bei Tarifverträgen auf Bundesebene ist das BMAS zuständig.

Bedingungsloses Grundeinkommen

Was würden Sie tun, wenn für Ihre Grundversorgung gesorgt wäre? Würden Sie Arbeiten gehen oder in der Hängematte liegen? Was würden Sie arbeiten?

In den letzten Jahren wird zunehmend ein neues Modell - das bedingungslose Grundeinkommen - diskutiert. Was für die Einen nach dem Himmel auf Erden klingt ist für die anderen der blanke Horror. Am bedingungslosen Grundeinkommen scheiden sich die Geister. Eine Volksabstimmung zur Einführung eines solchen Grundeinkommens scheiterte 2016 in der Schweiz. Jedoch hatte dieses Referenderum auch eine große Zahl an Befürwortern.

Für viele Menschen ist der eigentliche Grund die Arbeit, der sie täglich nachgehen, zu tun ihre Existenz und Grundversorgung zu sichern. Diese Menschen haben eigentlich nicht die für sie richtige Arbeit und können ihr Potential nicht auf einer besser für sie passenden Stelle ausschöpfen, weil sie viel zu sehr damit beschäftigt sind mit dem was sie tun ihren Lebensunterhalt zu sichern. Wäre es nicht schön, wenn diese Menschen die Chance bekämen beruflich noch einmal anzufangen und sich mit etwas zu verwirklichen was Ihnen wirklich Spaß macht? Dies wäre möglich, wenn durch ein bedingungsloses Grundeinkommen der Druck genommen werden würde ständig für die eigene Existenzsicherung zu ackern. Menschen würden sich freiwillig eine sinnvolle(ere), die besser zu Ihnen passt. So die Argumentation der Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens. Zudem würden viele Verwaltungskosten, die für die Verteilung von Sozialleistungen entstehen einfach wegfallen, was zu Einsparungen führen und einen Teil der Aufwendungen für das Grundeinkommen refinanzieren würde.

Was bedeutet das bedingungslose Grundeinkommen eigentlich genau?

Das bedingungslose Grundeinkommen bedeutet, dass ein Staat jedem Bürger monatlichen einen Betrag (in der Schweiz ging es um 2500 Franken) zu Verfügung stellt, so dass der Bürger damit seinen Lebensunterhalt komplett absichern kann, ohne zusätzliche Sozialleistungen zu bekommen. Jeder Bürger erhält die gleiche Zahlung ohne Bedingung. Es wird kein Unterschied zwischen wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit gemacht. Jeder kann über das Geld frei verfügen und es für jeden legalen Zweck ausgeben. Es kann frei hinzuverdient werden, indem einer Beschäftigung nachgegangen wird.

Wie soll ein Grundeinkommen finanziert werden? Die Befürworter sagen, dass durch das bedingungslose Grundeinkommen große Ressourcen in der Verwaltung aufgrund des geringeren Aufwands freigsetzt werden. Dadurch, dass keine komplizierten Prüfungen für die Gewährung von Sozialleistungen anfallen und viele komplizierte Gesetze wegfallen können macht der Staat enorme Einsparungen, die zum Teil zur Finanzierung beitragen. Der andere Teil muss aus Steuermitteln fließen. Ob die vorhanden Steuereinnahmen für solch ein Projekt ausreichen. Die Zweifler sind hier skeptisch. Allerdings dürfte das Grundeinkommen dafür sorgen, dass der Konsum deutlich angekurbelt wird. Unternehmensgewinne sprudeln, Preise und Löhne steigen und damit auch die Motivation für die Bürger nicht nur mit ihrem Grundeinkommen auf der "faulen Haut zu liegen" sondern sich aktiv am Wirtschaftsgeschehen zu beteiligen. Letztendlich werden sich dadurch die Steuereinnahmen drastisch erhöhen und die Finanzierung der Grundeinkommen doch nicht so schwer wie gedacht.

Zeitarbeit

Zeitarbeit (auch Leiharbeit genannt) und korrekt als Arbeitnehmerüberlassung bezeichnet, kennzeichnet eine Erwerbsform, die in den letzten Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Genauer gesagt handelt es sich um ein Arbeitsmodell. Bei der Arbeitnehmerüberlassung verleiht ein Arbeitgeber (Verleiher) einen Arbeitnehmer (Leiharbeitnehmer) an einen dritten Arbeitgeber (Entleiher) und bekommt dafür vom Entleiher Geld. Der Arbeitnehmer ist während der gesamten Zeit beim Entleiher angestellt, wird auch von diesem entlohnt, arbeitet jedoch in der Regel bei anderen (Entleih-)Unternehmen. Da es sich beim Verleihobjekt um Menschen handelt, ist die Arbeitnehmerüberlassung streng gesetzlich geregelt, um die Leiharbeiter zu schützen. Es müssen von Verleiher und Entleiher konkrete Mindeststandards eingehalten werden. Grundsätzlich hat ein Leiharbeitnehmer gegenüber seinem Verleiher die gleichen Rechte wie andere Arbeitnehmer gegenüber ihrem Arbeitgeber wie z. B. hinsichtlich Kündigungsschutz, tarifrechtlichen und arbeitsvertraglichen Regelungen. Der Entleiher hat für die Verleihzeit gegenüber dem Leiharbeit die arbeitsrechtliche Weisungsbefugnis.

Lohnersatzleistungen

Wer keine Arbeit und kein Einkommen hat, weil er arbeitslos oder krank oder in Mutterschaft oder Erziehungszeit oder ähnliches ist kann Lohnersatzleistungen vom Staat bekommen. Diese dienen zur Überbrückung des Arbeitsentgeltausfalls. Sie sollen das Arbeitsentgelt nicht komplett und vor allem nicht auf Dauer ersetzen. Es wird für begrenzte Zeit ein Teil (70-80%) des Arbeitsentgelts ersetzt. Zudem gibt es Maximalbeträge, die geleistet werden. Ein Topverdiener wird also z. B. mit Arbeitlosen- oder Krankengeld finanziell nicht glücklich werden oder zumindest sein altes Gehaltsgefüge nicht annähernd erreichen, da die Obergrenze hier im Bereich von etwa 2400 Euro netto / Monat liegt. Je nach Lebensalter und Vorbeschäftigungsdauer ist z. B. das Arbeitslosengeld auf maximal 24 Monate begrenzt. Krankengeld für für maximal 78 Wochen gezahlt und Elterngeld für 12 (14 Monate).