Nettolohnrechner - Die Steuererklärung

Geld zurück durch Abgabe der Steuererklärung

Lohnt sich die Abgabe einer Steuererklärung für mich? Kann ich dadurch am Jahresende Steuern zurückerhalten? Ist das nicht wahnsinnig kompliziert? Muss ich am Ende nicht sogar noch mehr Steuern zahlen wenn ich Pech habe?

Wer „nur“ Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit (Arbeitslohn) erzielt ist grundsätzlich nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. In der Regel lohnt es sich trotzdem. Und kompliziert ist es auch nicht. Im Durchschnitt bekommt jeder der seine Erklärung abgibt einige hundert Euro im Jahr zurück. Und vor Nachzahlungen brauchen Sie keine Angst haben. Nachzahlungen durch Abgabe der Steuererklärung kommen nicht vor wenn Sie nur Einkünfte aus Gehalt oder Arbeitslohn haben. Hier werden nämlich monatlich automatisch Steuerabzüge vorgenommen. Bei der Berechnung der automatischen Steuerabzüge werden Pauschalen für Aufwendungen vom Arbeitseinkommen abgezogen. Selbst wenn Sie die Einkommensteuererklärung abgeben und ihre steuerlich anrechenbaren Aufwendungen die pauschal angesetzten Beträge unterschreiten müssen sie deswegen nichts zurückzahlen. Das Finanzamt kann Sie ja nicht schlechter stellen als jemanden, der keine Steuererklärung abgibt. Sie können also nur Geld gewinnen. Ein guter Grund sich an die Arbeit zu machen und die Steuererklärung zu erstellen.

Aber wie stellt man es an, dass man auch tatsächlich Steuern erstattet bekommt? Macht es in jedem Fall überhaupt Sinn sich die Mühe zu machen. Sie können vorher Pi mal Daumen schon abschätzen ob sich der Arbeitsaufwand finanziell für Sie lohnen wird. Das heißt Sie müssen ihre Werbungskosten für die Erzielung von Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit zusammentragen. Diese können sich ergeben aus Fahrtkosten zur Arbeit (Kilometerpauschale von 30 cent / Kilometer einfache Strecke), Kosten für Arbeitsmittel, für Büro, Arbeitskleidung. Am besten Sie besorgen sich eine Steuersoftware. Hier werden Sie auf alle möglichen absetzbaren Werbungskosten hingewiesen. Wenn diese Ausgaben zusammen den pauschal angesetzten Betrag von derzeit etwa 1000 € im Jahr nicht überschreiten, dann werden Sie keine Steuererstattung bekommen. Es sei denn, sie haben noch andere Aufwendungen, die Sie absetzen können. Dazu gehören z. B. Spenden an politische Parteien, kirchliche Organisation, … Auch außergewöhnliche Belastungen (z. B. hohe Zahnarztrechnung), die einen gewissen Prozentsatz ihres Bruttoeinkommens überschreiten können Sie von der Steuer absetzen. Falls Sie Kapitaleinkünfte z. B. Zinsen oder Dividenden müssen Sie folgendes beachten: Bei Sparbüchern, Tagesgeldkonten, oder Festgeldanlagen oder Aktien werden Steuern auf die Erträge abgezogen, falls Sie keinen Freistellungsauftrag bei der Bank gestellt haben oder falls die Erträge den Sparerfreibetrag überschreiten. Falls sie keinen Freistellungsauftrag gestellt haben oder diesen nicht optimal ausgenutzt bzw. auf die verschiedenen Banken aufgeteilt haben, dann können Sie sich gezahlte Steuern für Kapitalerträge bis zum Sparerfreibetrag mit der Steuererklärung zurückholen.

Bis wann muss ich die Steuererklärung abgeben? Sie haben grundsätzlich bis zum 31.5. jeden Jahres Zeit die Steuererklärung für das Vorjahr abzugeben. Falls diese Frist nicht ausreicht können Sie schriftlich (postalisch, per Fax, per E-Mail) beim Finanzamt eine Fristverlängerung bis zum 30.9. beantragen. Teilweise stimmen die Finanzämter auch einer Fristverlängerung bis zum Jahresende zu. Wenn Sie nach Abgabe der Steuererklärung einen Steuerbescheid bekommen, dann haben Sie vier Wochen Zeit diesen zu prüfen. Innerhalb dieser vier Wochen können Sie Widerspruch beim Finanzamt einlegen. Versäumen Sie diese Frist, dann ist der Bescheid rechtskräftig und lässt sich nicht mehr ändern.